Las Vegas sollte der vorletzte Stop unserer Nordamerika-Tour werden und zugleich der vorletzte Stop von Slayer, bei dem das drittletzte Slayer-Konzert überhaupt stattfinden sollte – die letzten beiden sollten dann zwei bzw. drei Tage später im Forum in Los Angeles steigen.

Las Vegas also: Hatte ich meiner einst großen Liebe (nicht umsonst hab ich ein komplettes Las-Vegas-Bein tätowiert) Sin City erst im Sommer erklärt, dass ich nach fast sieben Monaten die ich ingesamt in dieser Stadt verbracht habe jetzt erst einmal eine längere Pause von den USA im allgemeinen und Vegas im besonderen brauche?

Aber wenn man nach einem traumhaften Urlaub in der Karibik das letzte Slayer-Konzert in L.A. mitnimmt, dann wäre es ja fast schon ein Wahnsinn das Konzert davor in Las Vegas auszulassen, insbesondere auch weil Mutter mit uns und Las Vegas sehr schöne Erinnerungen verbindet und es liegt ja irgendwie ohnehin auf dem Weg… also ab nach Vegas:

Die zwei Tage vor Slayer wurden eigentlich nur zum Shopping, etwas Sightseeing & Poker verwendet, alles nicht weiter der Rede bzw. Berichterstattung wert, ebensowenig wie das LinQ-Hotel, welches wir aus Kostengründen gewählt hatten.

Yep, das ist sehr neu renoviert und Re-Branded (war das ehemalige Imperial Palace), ja das liegt sehr günstig relativ zentral am Strip und vor allem neben dem einzigen (und relativ neu errichteten In´n Out-Burger am Strip) – ist aber leider innen sehr dunkel und somit absolut kein Ort zum Wohlfühlen: Für wenige Tage und nur zum schlafen absolut ok, für einen längeren Auftenthalt oder wenn man etwas Wert auf Atmosphäre legt nicht zu empfehlen. Dass wir drei Zimmer auf drei verschiedenen Stockwerken bekamen und von Zimmer zu Zimmer mindestens fünf Minuten einfache Strecke gebraucht haben komplettierte den schlechten Gesamteindruck.

Am Konzerttag erklärten wir dann Mutter in der früh, dass wir für sie gerade eben noch eine Karte ergattert hätten (die wir natürlich schon von Anfang an für sie gekauft hatten), einen netten Sitzplatz nah der Bühne, während Teufel und ich ja Front-of-Stage-Karten gehen würden.

Was Mutter ebenfalls nicht wusste und auch die nächsten Stunden nicht erfahren sollte: wir hatten – ebenfalls schon seit Monaten – ein Meet & Greet mit Fotooption mit Slayer erstanden, welches ich mir schon beim Konzert in Ottawa gegönnt hatte, allerdings auch nur weil zu dem Zeitpunkt nicht klar war, dass es noch eine Gelegenheit mit der restlichen Familie geben (bzw. ich Kerry King am Vorabend in der Mal beim Essen treffen) sollte.

Schade dass unser Bruder Ralf „nur“ die vorherige Kreuzfahrt mitmachen konnte, aber alles geht halt leider oftmals nicht – wir machten uns also schon am frühen Nachmittag Konzertfein und erklärten Mutter, dass wir dringend so früh an die Halle müssten um die limitierten Shirts von dem Konzert zu erstehen…

Ok, es war nicht ganz einfach während den ganzen Ansprachungen & Erklärungen unsere Mutter in Gespräche zu verwickeln – sie hat ja mit ihren 70 Jahren noch fleißig Englisch geübt bevor es in den Urlaub ging – und als wir dann in einer Gruppe von rund 80 Leuten in die Halle geführt wurden, war sie natürlich super-skeptisch und es war an der Zeit ihr zu sagen, dass sie sich Foto-fein machen sollte, so wie es vor allem die anderen Damen in der Schlange schon lange machten:

„Mami, Du wirst gleich Slayer treffen!“

„Nein!“

„Doch!“

„Ihr spinnt.“

 

„Danke. Wissen wir.“

 

Ich erinnerte mich noch daran, wie beim Meet and Greet in Ottawa die Band zwar freundlich und insbesondere Tom gut drauf war und Scherze machte, aber das „Greet“ war konkret ein Fistbump gefolgt von den üblichen Ami-Floskeln. Jetzt marschierten wir mit Mami an die Fotowand wo die Band schon wartete und diese Alterskategorie bzw. Kombination war dann scheinbar nicht so ganz alltäglich: die Faust wurde blitzartig zu einer Hand, es gab für jeden einen ordentlichen Händedruck, ein paar mehr Floskeln als beim letzten mal und Tom höchstpersönlich trug Sorge dafür, dass „the Lady in the Middle“ platziert wurde. Die Zeit mit der Band ist ja nun eine wirklich kurze, aber wir erlebten Slayer äußerst gut gelaunt und haben mit dem Foto eine weitere unvergessliche Erinnerung von diesem einfach nur perfekten Urlaub gespeichert – bestens gelaunt konnten wir jetzt schon in die Halle gehen bzw. an den Merchandising-Stand, bevor die Masse die Halle für das folgende Konzert stürmen sollte.

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