Slipknot & Behemoth, Olympiahalle München, 09.02.2020

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Slipknot münchen olympiahalle

Slipknot hatte ich bisher tatsächlich erst einmal Live gesehen: 2004 zusammen mit Slayer und Hatebreed als „Unholy Alliance“ im Zenith – ein Abend, an den ich gemischte Erinnerungen habe: Frisch getrennt war der Aggro-Sound von Hatebreed die ich an diesem Abend erst entdeckt habe genau das richtige für mich, wohingegen mir Slipknot die eigentlich nur die Wartezeit auf Slayer verlängerten ziemlich auf den Sack gingen. Dass Slayer an dem Abend nur wenige Lieder spielte bevor Tom Araya die Stimme versagte und die Band von der Bühne ging machte den Tag dann doch zu einem überwiegend beschissenem. Trotz Hatebreed.

Behemoth ist etwas mehr als sieben Jahre her: Bei der „Barge to Hell“, der extremen Variante von „70 000 Tons of Metal“ Ende 2012 waren die damals quasi der Headliner und wir genossen die auf hoher See unter´m Sternenhimmel in der Karibik.

Schlappe 16 Jahre nach meinem ersten Zusammentreffen mit Slipknot waren diese gestern selber Headliner, spielen nicht mehr im Zenith sondern in der Olympiahalle und der Run um die Tickets trieb so perverse Ausmaße, dass im offiziellen Vorverkauf via Ticketmaster alle Möglichen Pakete angeboten wurden, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen: Da gab es reguläre Karten, ein „Early Entry Package“, ein Hot Ticket Package, Platin Tickets, Premium Package Light, All-In Premium Package – wo man horrende Summen nahe der 200,- Euro Grenze dafür bezahlen konnte, dass man ein hartes Ticket mit Band-Aufdruck bekam oder vor allen anderen in die Halle durfte.

Ob man seine Fans so melken muss bzw. als Band zulassen muss, dass sie auch ohne den freundlichen Viagogo-Zwischenhändler so gemolken werden, sei dahingestellt.

Zum Glück besorgte uns ein sehr netter Mensch via altmodischem „am Vorverkauf anstehen“ zwei Tickets für die Arena für 74,- Euro, was bei Bands dieser Größenordnung inzwischen ja durchaus als fair betrachtet werden kann. Dass das Konzert innerhalb weniger Minuten ausverkauft war, spricht auch dafür dass das ganze wohl doch irgendwo in Ordnung geht.

Zwei Sachen sind positiv aufgefallen: keine weiteren Vorbands die meistens eher nerven als supporten und keine Absperrungen in der Arena. Etwas verwundert waren wir darüber, dass die Tickets beim Gang in die Arena entgegen sonstiger Konzerte nicht noch einmal entwertet wurden, so dass dann vermutlich doch der eine oder andere von den Sitzplätzen sich noch in die Arena bringen lassen konnte, die aber auch nicht übervoll war.

Pünktlich um 19:30 Uhr legte Behemoth los – war bei „Wolves of Siberia“ & „Daimonos“ der Sound am Anfang noch etwas sehr breiig, so bekamen die Tontechniker das gut hin und ab Lied drei – „Ora Pro Nubis Lucifer“ war der Sound dann – zumindest in der Arena – wirklich gut.

[vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=nf9nE7mlRE0″ title=”Behemoth live in München – Ora Pro Nobis Lucifer”]

Die Bühnenshow war es von der ersten Sekunde an – man merkte hier deutlich, dass Behemoth nicht nur „eine Vorband“ war, sondern durchaus eine Größe ist, sind die Polen ja auch schon seit bald dreißig Jahren auf der Bühne.

[vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=gDd1uNg3kGI” title=”Behemoth – Blow your Trumpets Gabriel – live in Munichn”]

Nach insgesamt acht Liedern war leider alles vorbei – ich hätte gerne mehr gehört – und es folgte die Umbauphase für Slipknot.

Slipknot kam dann um kurz vor neun auf die Bühne, Band, Sound & Show können mit einem Wort ganz leicht beschrieben werden: Großartig. Fast zwei Stunden und 17 Lieder (inklusive dreier Zugaben) brachten die Olympiahalle das eine oder andere male zum beben und teilweise sogar die Hälfte der Sitzplätze zum aufstehen und abgehen.

[vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=DrxDjWoV_nA” title=”Slipknot live in München – Psychsosocial”]

Dies ist für Metal-Konzerte in Deutschland ja ein durchaus guter Wert, insbesonders wenn ich an die letzten Konzerte von Amon Amarth in Berlin oder auch Metallica in München zurückdenke.

Um 22:45 Uhr gingen die Lichter nach rund zwei Stunden Spielzeit an und die Masse machte sich auf den Heimweg. Den Merchandising-Stand ließen wir links liegen – 40,- Euro für ein Tour-Shirt müssen halt einfach nicht sein, sowohl Slipknot als auch Behemoth langten hier beide gleichstark zu.

Ändert nichts daran, dass dies ein sehr starkes Konzert war – wobei ich ohenhin über jedes Konzert froh bin, welches nicht im Zenith stattfindet.

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