MSV Duisburg – TSV 1860 München, 21.09.2019, 2:1

„Günzi, wann geht denn euer Zug nach Duisburg“ fragte ich via Whatsapp unseren Chaoten-beinahe-Allesfahrer und bekam „05:22 Uhr“ als Antwort. „Spinnt der – was soll ich um 04:00 Uhr aufstehen, damit ich um 10:45 Uhr in der Weltmetropole Duisburg bin?“ war mein Gedanke und ich reservierte mir einen Zugplatz zwei Stunden später und stellte den Wecker auf 06.00 Uhr – das sollte reichen.

Ist ja nicht so, dass ich erst am Dienstag in Dortmund beim Spiel Dortmund – Barca gewesen wäre….

Obwohl mir vom Pokerabend zuvor die eine oder andere Stunde Schlaf fehlte, beschloss mein Körper trotzdem um 03:30 Uhr dass genug geruht wäre und so war ich dann doch um kurz nach fünf in der früh am Hauptbahnhof – man gönnt sich ja sonst nichts und in Gemeinschaft fahren ist dann doch lustiger. .

Faszinierend ist ja, wie viele Menschen immer noch mit 1860 mitfahren: Wir hatten im ICE Plätze in Waggon 1 gefunden bzw. waren diese von Peter schlecht reserviert worden ?, das ICE-Bistro befand sich in Wagen 10. Einziger Vorteil dieser langen Strecke: der  gefühlt kilometerlange Weg vom Bistro zum Platz zurück gilt schon fast als Verdauungsspaziergang und in jedem Waggon war eine kleinere oder größere Gruppe Löwen zu finden. Insgesamt machten sich trotz Wiesn-Beginn wohl um die 800 1860-Fans auf den Weg an die Wedau.

Mit den üblichen mehr oder weniger niveauvollen Gesprächen verging die Zeit im Zug mal wieder schneller als im Flug, zur Abwechslung hatte unser ICE heute keine Panne aber dafür der vorrausfahrende Zug, so dass es dann doch die übliche Verspätung gab.

Da der Zug dann entgegen der Durchsage doch weiterfahren konnte, blieb uns die via Lautsprecher angedrohte Aufnahme der vor uns feststeckenden Fahrgäste doch erspart.

Vorbei am Adventskalender für Männer in Düsseldorf

waren wir also schon am späten Vormittag in Duisburg, genug Zeit um das sonnige Wetter für einen drei-Kilometer-Spaziergang zum Stadion zu nutzen – bzw. zum Restaurant gegenüber: direkt am See, eine schöne Terrasse, leckere Pizza – nach dem dortigen Selfie hat vermutlich  auch der letzte kapiert, dass mein Facebook-Eintrag von 04:30 „Der frühe Vogel fängt den Wiesn-Tisch“ nicht so ganz ernst gemeint war – falls nicht müsst ihr jetzt ganz stark sein: das Bild mit der Pizza ist nicht aus dem VIP-Bereich vom Käfer-Zelt, sondern direkt vor dem Duisburger Stadion. Da ich jetzt bald sieben Jahre keinen Alkohol trinke, bin ich auf der Wiesn eher selten zu finden….

Das Duisburger Stadion hat mich ja schon öfter von innen gesehen, trotzdem ist dieses Schmückkästchen immer wieder schön, aus der Kategorie „Stadien, die ich sofort nach München-Giesing mitnehmen würde“. Einziger Wehmutstropfen: Sitz- und Stehplätze für Gäste sind so hermethisch voneinander getrennt, dass man nicht einmal hinter dem Block in der Halbzeit nach Bekannten Ausschau halten kann – und die Sektion „der bequeme Arsch sitzt“ – also wir – machte es sich direkt hinter dem Tor auf den Sitzplätzen gemütlich, schräg über den Allesfahrer-Legenden Fritz Fehling und Franz Hell.

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Das Spiel hatte noch gar nicht richtig begonnen, da durchströmte ein seltenes Glücksgefühl unsere Körper: 1860 war Auswärts in Führung gegangen und sofort folgte in unseren Gesprächen das übliche Programm: „Anschluß an die Tabellenspitze, Angriff, Aufstieg, Brasilianer, Champions-League“.  Doch 1860 wäre nicht 1860, wenn dieses Gefühl lange anhalten würde und nach nicht einmal einer Viertelstunde war das Spiel wieder zurück auf Null bzw. auf Unentschieden gestellt.

Mit einem Unguten Gefühl ging es in die Pause und Günzis „jetzt rocken wir die Scheiße“ war noch nicht einmal im Stadion verklungen, da führten die Zebras plötzlich mit 2:1.

Scheinbar haben sie im Pott in Biologie nicht aufgepasst: Löwen fressen Zebras, nicht andersrum – das schien die Duisburger Zebras aber nicht sonderlich zu interessieren und Löwenchancen ab jetzt waren Mangelware.

Schlußendlich verlor Sechzig mit 2:1, einziger Lichtblick war die rote Karte für Steinhart, so dass er uns im Kaiserslautern-Spiel erspart bleibt.

Mit einem Gefährt, welches in München eine Straßenbahn wäre, aber in Duisburg als U-Bahn gilt weil von 45 Minuten Strecke immerhin rund fünf in einem Tunnel sind ging es von Duisburg zum Düsseldorfer Hauptbahnhof: die eigentlich angepeilte Pizza in der Altstadt wurde ebenso wie das Derby Mönchengladbach – Düsseldorf welches ich für den Sonntag locker eingeplant hatte gecancelt – der in fünf Minuten einfahrende ICE direkt nach München, welcher die Landeshauptstadt sogar noch vor dem Wiesn-Ende des heutigen Tages erreichen sollte, war einfach zu verlockend…

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