Es war eine dieser typischen Situationen im Trainingslager des TSV 1860 im spanischen La Manga (Berichte hier: TSV 1860 Trainingslager in La Manga): Man saß zusammen und überlegte sich, was man die nächsten Tage machen könnte: Gibraltar war irgendwie schon die ganze Zeit im Hinterkopf gewesen: Mir fehlt dieses Land noch bei den besuchten Ländern (und wäre so ganz nebenbei mein Land Nummer 77), der Affenfelsen soll sensationell sein und die Flugzeug-Start-und-Landebahn die man kurz nach der Überquerung der Grenze wahlweise zu Fuß oder mit dem Auto überquert, wenn nicht gerade ein Flieger landet fand ich im Fernsehen auch immer witzig. Das Leihauto für die Woche hatte ohnehin unbegrenzt Freikilometer und war ein sparsamer Diesel…

Auf  der anderen Seite standen dem 550 Kilometer einfache Fahrt – also hin und zurück 1100 Kilometer – und die Tatsache, dass ich als einziger Fahrer eingetragen bin entgegen… und während wir so überlegten, tippte der Cappucinomeister aus Hadern noch etwas in seinem Handy herum um dann festzustellen, dass da auch noch ein Fußballspiel wäre… Gibraltar? Gibraltar!

Das spanische Tempolimit auf Autobahnen ist übrigens 120 km/h (ich persönlich bin ja Anhänger eines Tempolimits 180), also zogen wir uns noch die spanische Version der Blitzer.de-App (Radarbot) auf´s Handy und machten uns Mittwoch morgen auf den Weg in Richtung Gibraltar. Bei der Hinfahrt gibt es eigentlich nur zwei Sachen zu bemerken:

1. Die Strecke von La Manga nach Gibraltar ist grundsätzlich eine traumhaft schöne.

2. Ebenfalls schon bekannt auf  Funk- und Fernsehen, aber live einfach nur unfassbar: Das  „Mar de Plástico“, also das  Plastikmeer im spanischen Almeria. Das ist eine komplette Region die quasi nur aus Gewächshäusern besteht – beeindruckende Daten und Bilder dazu findet ihr hinter diesem Link.

https://www.scinexx.de/fotos/eine-landschaft-aus-plastik/

Irgendwann hatten wir dann die Region Almeria hinter uns gelassen und wieder nur traumhaft schöne Landschaften um uns herum, immer wieder wunderschöne Aussichten auf das Meer – und nach knapp 5 Stunden war es dann soweit: in der Ferne erhob sich der Fels von Gibraltar, 426 Meter hoch, etwa 4 Kilometer lang und bis zu 1,2 Kilometer breit. Wenn man jetzt weiß, dass Gibraltar insgesamt nur 6,5 Quadratkilometer Fläche hat, dann weiß man jetzt wieviel Platz der Fels davon einnimmt.

Es dauerte ab dieser Aussicht tatsächlich noch einmal eine gute halbe Stunde bis wir an der Grenze waren und an dieser Stelle für alle die mit dem Auto nach Gibraltar reisen ein Tipp: Parkt das Auto auf der spanischen Seite und geht zu Fuß über die Grenze – Personalausweis nicht vergessen – die Verkehrs- und Parkplatzsituation in Gibraltar ist nicht die Beste – klar, wenn ein Großteil der Landesfläche von einem Felsen bedeckt ist, 35 000 Einwohner und unzählige Touristen sich auf der restlichen Fläche drängeln. Solltet ihr tatsächlich mal einen freien Parkplatz erspähen, ist er unter ziemlicher Garantie durch eine farbige Bodenmarkierung als „nur für Einheimische“ ausgewiesen…

Wir fuhren mit dem Auto rüber, haben aber dann die Grenze noch einmal überquert und auf der spanischen Seite geparkt – deutlich entspannter. Also ging es nach der Überquerung der Start- und Landebahn per Auto noch einmal zu Fuß drüber und tatsächlich sollten wir dabei noch Landung und Start eines großen Flugzeuges aus der Perspektive „neben der Landebahn stehend“ mitbekommen – schon ein witziges Erlebnis.

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Noch beeindruckender war der Felsen: Leider war die Seilbahn auf den Fels gerade durch Wartungsarbeiten außer Betrieb und so wurden wir mit Kleinbussen zu den verschiedenen Stationen gebracht: Zwar ist die Fahrt auf den Berg mit 20,- Euro je Person relativ teuer, aber sowohl die gigantische Aussicht als auch die frechen Affen dort oben sind es auf jeden Fall Wert. Ich lasse an dieser Stelle einfach mal die Bilder für sich sprechen:

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Mit Landebahn und Felsen hat man dann die größten Sehenswürdigkeiten von Gibraltar gesehen und so war noch jede Menge Zeit, so dass wir noch kurz auf der spanischen Seite in La Línea de la Concepción bei einem Fußballspiel im Estadio Municipal de La Línea de la Concepción vorbei schauten: der VfL Bochum spielte gegen MOL Fehervar und hatte auch rund 30 Leute ins Trainingslager mitgebracht (die Ungarn soweit wir es erkennen konnten niemanden) – cool war vor allem das schon ziemlich in die Jahre gekommene Stadion bei dem offensichtlich die Überdachung fehlt oder nie fertig geworden ist und die Aussicht auf den Felsen von Gibraltar:

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Kurz darauf ging es nach einem Abstecher an den Hafen auch schon zum heutigen Spiel in der Gibraltar-Liga: Manchester 62 gegen Glacis United. Unserer Information nach finden ja alle Spiele der dortigen Liga in dem einzigen Stadion direkt neben der Landebahn statt, so dass auf dem dortigen Kunstrasenplatz irgendwie fast jeden Tag ein Fußballspiel ist. Das Zuschauerinteresse war mit 30 Besuchern dann doch sehr überschaubar – darum gibt es auch keine Eintrittskarten oder ähnliches – das spielerische Niveau war ebenso wie die Atmosphäre, so dass wir zur Halbzeit den Weg zurück nach La Manga antraten.

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Mit einigen Energiedrinks und Andrea Berg in voller Lautstärke ging es dann rätselhafterweise irgendwie doch eine gute halbe Stunde schneller als am Hinweg zurück und so erreichten wir nach schlappen fünf Stunden Autofahrt morgens um 3.00 Uhr wieder unser schönes Hotel im spanischen La Manga.

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