Hans Klok (und Pamela Anderson) in München, Deutsches Theater, 11.04.2018

Hans Klok. Zum ersten mal in Berührung gekommen bin ich mit ihm vor über 10 Jahren in Las Vegas, als er in Überlebensgröße dort – zusammen mit Pamela Anderson – auf einem Hotel am Las Vegas-Strip angekündigt wurde. Er galt und gilt als der schnellste Magier aller Zeiten und hat diverse Einträge im Guinessbuch der Rekorde. Im Herbst 2017 wurde er dann für April 2018 in München angekündigt – ein ideales Weihnachtsgeschenk für die Familie – so dachten wohl viele und darum wurde das Deutsche Theater in München von Hans Klok für den Zeitraum 10.04 – 15.04 gebucht – am Wochenende sogar mit zwei Vorstellungen täglich.

Magier haben es in 2018 schwer: jeder Trick wurde irgendwie schon einmal im Fernsehen gezeigt und das Internet ist natürlich auch voll davon und überhaupt: es gibt doch viel zu viel Unterhaltung, die Leute sind übersättigt: darum packt Hans Klok den Abend in eine Geschichte, in der er sich in einem verwunschenen Schloß auf die Suche nach einem Buch begibt. Wem das nicht genügt: Zumindest für die ersten beiden Auftritte wurde seine ehemalige Las-Vegas-Partnerin Pamela Anderson aus dem Hut gezaubert – und die von mir gekauften Tickets waren für die zweite Vorstellung. Passend zu Las Vegas: Jackpot!

Er kündigt sich selber an mit „ich sehe aus wie Linda de Mol und klinge wie Rudi Carell“ – Humor hat er und es stimmt ja auch.

Dann geht es Schlag auf Schlag: aus einer winzigen Kiste steigen viel zu viele Artisten, überwiegend junge hübsche Frauen. Menschen werden zersägt und wieder zusammengesetzt, Tische und Glühbirnen fliegen durch die Luft, ein Sakko aus dem Publikum erscheint auf einmal am Körper einer zuvor gefesselten Frau – Hans Klok ist schnell und sehr, sehr gut. Er selbst gönnt sich immer wieder kleine Verschnaufpausen, in denen das Publikum aber hervorragend unterhalten wird: sei es durch das Duo La Vision (welches mich selber stark an den Cirque Du Soleil erinnert hat), Yulia Rasshivkina oder durch die Schlangenfrau Jordan McKnight (auch aus Las Vegas, auch nicht zum ersten mal in München) – alle Auftritte an diesem Abend sind durch die Bank sehr, sehr gut.

Ein Auftritt kommt vielleicht etwas zu kurz, vor allem wenn man bedenkt wie groß er angekündigt wurde: Pamela Anderson. Diese wird einmal kurz auf die Bühne gezaubert, sagt nett Hallo, wird von Hans Klok zum Shoppingverhalten befragt und verschwindet danach wieder. Er selbst kommentiert das mit „soviel Geld für so wenig Zeit“ – und das trifft für Pamela Anderson wirklich zu. Nicht aber für den Auftritt von Hans Klok und den anderen Künstlern – der war sein Geld wirklich wert. Meiner Meinung nach eine Empfehlung, noch bis Sonntag im Deutschen Theater in München.

Nachtrag:

Was man auf jeden Fall noch kritisch betrachten darf, ist der heutige Aufmacher der Münchner tz: „Pam verzaubert München – Auftritte im Deutschen Theater“ – und das nach einem 30-Sekunden-Auftritt. Wenn ich mir deswegen die tz geholt hätte, wäre ich wohl mehr als enttäuscht.

Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht?

Der Islam gehört zu Deutschland. Oder auch nicht. Geht mir diese Debatte auf den Senkel. Wer hat´s mal wieder angefangen? Der Seehofer war´s… vermutlich nur zum jetzigen Zeitpunkt, damit niemand mitbekommt, dass der Söder gerade Ministerpräsident geworden ist.

Fakt ist doch: in Deutschland leben rund 5 Millionen Muslime. Die meisten davon dürften ungefähr so muslimisch sein, wie ich christlich. Zumindest meine „offiziell muslimischen“ Freunde denken diesbezüglich ähnlich liberal wie ich. Ein Beispiel davon könnt ihr euch gerne im Tempel ansehen – der hat mit unserem schwulen Tätowierer weniger Probleme als so mancher „guter Christ“.

Warum – verfickte Scheiße nochmal – muss ich den muslimen hier Nonstop erklären, sie gehören nicht zu uns? Meint irgendjemand, davon wird irgendetwas besser? Sie fühlen sich wohler und integrieren sich schneller?

Ja, hier leben Fanatiker. Ja, es gab hier Anschläge – aber genausowenig wie ich als Deutscher mit NSU oder anderen Anschlägen in einen Topf geworfen werden mag, werfe ich die hier friedlich lebenden Muslime mit den Fanatikern in einen Topf.

Die überwältigende Mehrheit der Muslime will hier eines, das gleiche wie ich: Friedlich auf diesem Planeten ein möglichst gutes Leben führen. Halten wir ihnen die Hand hin, anstatt sie auszugrenzen – und zum Seehofer: kümmer Du Dich lieber darum, dass Deine Kanzlerin durch ihre Politik den sozialen Frieden in Deutschland nicht weiter gefährdet, als sie es ohnehin schon getan hat. Der rechte Rand ist nur durch ihre Politik so stark geworden – das sollte und darf kein Grund für Dich sein, dort auf Stimmenfang zu gehen.

Stephan Tempel

Ink Society Nummer 2 – ausführliche Review und Bezugsadressen

Die erste Ausgabe des Heftes wusste mich durch die Bank zu begeistern (nachzulesen hier http://bunte-ansichten.de/reichlich-lesestoff-rund-um-die-bunte-haut/), rund vier Monate nachdem ich das erste mal mit dem Heft in Berührung gekommen bin und somit fünf Monate nach dem das Heft zum ersten mal erschienen ist, habe ich mir am Ostbahnhof die Nummer zwei geholt – wobei wir gleich beim größten Problem des Heftes wären: Es ist einfach schwer zu bekommen. Wo das Heft bezogen werden kann, findet ihr zum Schluß dieser Review.

Das zweite Problem dieses noch jungen Tätowiermagazines dürfte der Preis sein: 9,50 Euro ist einfach eine Ansage, vor allem wenn alle Magazine die daneben verkauft werden deutlich günstiger sind – aber vorweg: Ink Society ist sein Geld wert: 164 fette Seiten, schweres Papier, kaum Werbung enthalten. Da können die anderen bei weitem nicht mithalten.

Da ist es auch locker zu verschmerzen, dass ein paar sehr schön klingende Ankündigungen aus Heft Nummer eins leider nicht in die Tat umgesetzt wurden: Ab Ausgabe zwei sollte es eine eigene Österreich- und eine eigene Schweiz-Ausgabe geben – und in der Deutschland-Ausgabe ein Städte oder Regionen-Special. „Wie soll das denn bitte funktionieren bzw. finanziert werden“ war mein zweiter Gedanke nach dem ersten Gedanken „geile Sache“ – und leider funktioniert es scheinbar (noch) nicht – macht aber nichts:

Heft zwei punktet mit anderen Geschichten: äußerst interessant die Story über Tätowierer Mario Barth (nein, nicht der Komiker)und seinen Werdegang – da ist man halt mal eben früher ein paar hundert Kilometer gefahren, weil es irgendwo jemanden gab der eine von seinen zwei Tattoomaschinen verkauft hat – oder eine Gewerbeanmeldung für das erste Tattoostudio überhaupt in Österreich dauerte schlappe drei Monate, weil es so etwas davor noch nie gab. Heute ist Mario ja nicht zuletzt durch die Tattoofarbe „Intenze“ – ja, das ist sein Label – jedem Tätowierer ein Begriff und ich selber war schon oft staunend in seinen beiden Tattoopalästen in Las Vegas oder zweimal auf seiner „Biggest Tattoo Show on Earth“ dort – was Mario Barth geschaffen hat ist einfach nur phänomenal und zudem interessant aber auch unterhaltsam zum nachlesen.

Ansonsten liegt der Schwerpunkt bei Ink Society zwei logischerweise bei Tätowierern, aber auch auf Kunden und die Geschichte hinter den Tätowierungen – aber auch jede Menge Hintergrundstories rund um die Tattooszene.

Für mich als Münchner besonders schön: die Fotostrecken rund um den Münchner Tätowierer Julian „Corpsepainter“ Siebert: Auf 19 Seiten werden Julian und seine Kunden ausführlich porträtiert und später gibt es noch einmal acht Seiten, auf denen Julian „sein“ München zeigt. Das ganze macht Spaß zum lesen und wenn die einzigen Kritikpunkte sind, dass ein „Knödel“ als „Kloß“ bezeichnet oder die Pose der Bavaria als „Siegerpose“ interpretiert wird, dann weiß man eigentlich dass es nicht wirklich etwas zum meckern gibt – sehr schöne Story über einen von mir äußerst geschätzten Tätowierer.

Einziger wirklicher Kritikpunkt: bei „die Zukunft der Tattoo Conventions“ wäre mehr gegangen, der Artikel wirkt irgendwie unfertig. Ist eher eine äußerst kurze Zustandsbeschreibung als ein Ausblick in die Zukunft. Das ganze schmälert aber den durchwegs guten Gesamteindruck von Heft 2 in keinster Weise und wie schon bei Ink Society 1 gibt es von mir eine fette Kaufempfehlung.

Wo gibt es das Heft?

Zum einen findet ihr eine Liste der Verkaufsstellen bei www.mykiosk.com – diese ist allerdings nicht vollständig, z.B. der Münchner Ostbahnhof war dort nicht enhtalten. Wer nicht laufen will kann es auch bei https://www.daaly.de/ bestellen – Versandkostenfrei.

Wie groß und mächtig ist die ARGE des TSV 1860 (noch)?

Wie groß und mächtig ist die ARGE (noch)? …und warum….

…meint eigentlich eine Fanclubvereinigung ständig, sie müsste Vereinspolitik machen? Ich hab mir jetzt die Satzung der ARGE durchgelesen: hier findet man nichts dazu, was den Vorstand ermächtigen würde, in irgendeiner Art und Weise Vereinspolitisch tätig zu werden – die Satzung der ARGE findet man hier:

http://www.arge-tsv.de/wp-content/uploads/2014/05/ARGE-Satzung-Neu-2015.pdf

Halten wir doch einmal fest: Wir haben beim TSV 1860 einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung – sie ist das oberste beschließende Vereinsorgan. Hier werden die Vereinsvertreter gewählt – wenn man auch nur im Ansatz Demokrat ist, dann hat man das Ergebnis der Mitgliederversammlung zu akzeptieren und im Interesse des Vereines Störfeuer zwischen den Mitgliederversammlungen zu vermeiden.

Wie groß ist die ARGE (noch)?

Geht man die Regionen auf der ARGE-Homepage durch, sind dort aktuell noch etwas mehr als 400 Fanclubs eingetragen. Die Mitgliederzahlen der einzelnen Fanclubs dürften schwer nachvollziehbar sein, geschweige denn von „aktiven“ Mitgliedern.

Eine Zahl die allerdings tief blicken lässt: zum 40jährigen Bestehen der ARGE letztes Jahr waren unter anderem geladen: das Präsidium um Robert Reisinger, die Meisterspieler Fredi Heiß und Peter Grosser, Aufstiegstrainer Karsten Wettberg, Ex-1860-Torhüter Michael Hofmann, Volker Rech, Ansprechpartner auf der Löwen-Geschäftsstelle von die Bayerische, der ehemalige 1860-Geschäftsführer Anthony Power und Kabarettist Christian Springer.

Trotz des stattlichen Jubiläum und der hochkarätigen Gäste waren gerade einmal 62 Vertreter von Fanclubs anwesend – nachzulesen hier:

http://www.arge-tsv.de/40-jahre-arge/

Für wieviele Leute spricht die ARGE dementsprechend?

Das ist schwer nachvollziehbar. Man kann aber davon ausgehen: für wenige. Einige Fan-Clubs bestehen nur noch auf dem Papier, bei weitem nicht alle Fan-Clubs sind mit den Äußerungen der ARGE-Vorstandschaft einverstanden.

Schaut man z.B. die Facebook-Gruppe „ARGE TSV 1860“ an, so ergibt sich auch hier – wie beim 40jährigen Jubiläum – ein eher trauriges Bild: Obwohl die Gruppe seit über 5 Jahren besteht, hat sie gerade einmal 1163 Mitglieder – inklusive Robert Reisinger.

Robert Reisinger hat sich dort vor etwas mehr als 24 Stunden zu Wort gemeldet.

Für sein Statement bekam er 226 likes, 5 Herzen und wurde 4 mal mittels „Ha Ha-Smiley“ ausgelacht.

Die Antwort der ARGE bekam 25 likes, 36 „Ha Ha-Smileys“ und 5 wütende Smileys – in der Gruppe der ARGE selbst.

Es ist ja auch kein Geheimnis, dass die ARGE jedes Jahr, aber insbesondere 2017 zur Mitgliederversammlung „ihre Leute“ – traurig, dass man so etwas bei Anhängern des gleichen Vereines überhaupt schreiben muss – mobilisiert hat.

Trotzdem wurde Robert Reisinger von 1359 anwesenden Stimmberechtigten Mitgliedern mit knapp 2/3 Mehrheit zum Präsidenten gewählt. Ebenso hat die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit beschlossen, sich von Hasan Ismaik zu trennen.

Fazit: Die ARGE ist bei weitem nicht (mehr) so groß und mächtig wie sie gerne wäre: Zum 40jährigen Jubiläum kamen gerade einmal Vertretern (!) von 15% der Fanclubs, die seit 5 Jahren bestehende Facebook-Gruppe der ARGE hat knapp 1000 Mitglieder und zur Mitgliederversammlung kann sie auch keine nennenswerte Anzahl Mitglieder des TSV 1860 mobilisieren.

Es wäre an der Zeit, dass sich die ARGE wieder auf ihre Aufgaben besinnt, alle nachzulesen unter § 2 der Satzung der ARGE. Stimmung gegen den demokratisch gewählten Präsidenten des TSV 1860 machen gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Stephan Tempel

Samsung Galaxy S7 (/S8/ S9) vs iPhone 7 (iPhone 8 / iPhone X)

Warum dieser Testbericht bzw. Handyvergleich, wo es doch schon so viele gibt? Weil ich mir vor ein paar Monaten als der Kauf eines zweiten Handys anstand so viele Testberichte durchgelesen habe und ich auch jetzt noch der Meinung bin, dass die meisten Testberichte zum Teil offensichtlich bezahlt sind und fast alle viele wichtige Features außer acht lassen, die im Alltagsgebrauch wichtig sind:

Vorgeschichte: Bei uns im Studio hat mein Bruder schon immer iPhones und auch sonst viel von Apple, ich hab mich zunächst  aus Kostengründen immer für die Samsung-Variante entschieden. Zudem habe ich habe schon lange zwei Handys, ein Geschäftliches und ein Privates. Privat habe ich zuletzt das S7 genutzt, dienstlich mein altes S3 – und da das S3 dann so langsam den Geist aufgegeben hat und so viele Leute auf Apple schwören, habe ich mich dann nach dem Lesen vieler Testberichte zum Kauf eines iPhone 7 entschlossen. Thomas hat dafür dann das Galaxy ausprobiert – wie es ausgegangen ist und im Prinzip unser beider Fazit ist, könnt ihr ganz unten lesen – jetzt erst mal aus meiner Sichtweise:

Umstieg vom Samsung auf das iPhone: Eigentlich unproblematisch, Nummern werden übernommen, Apps ebenso, Kostenpflichtige müssen allerdings noch einmal bezahlt werden. Problematisch: ich hatte z.B. alle Urlaube, alle Bilder unserer Tätowierer und alle Fotos meiner Laserkunden in Ordner sortiert. Das iPhone schmeißt beim Umstieg alle in einen Ordner und hat mir damit rund 4000 Fotos die in 70 Ordner sortiert waren in einen großen Ordner geschmissen. Hass.

Direkter Vergleich Galaxy S7 / vs iPhone 7

Handhabung/Stabilität/Menüführung: 

Hier schenken sich die beiden Handys nicht viel, beide laufen flüssig, beide hängen sich selten bis gar nicht auf. Der Apfel hat sich bei mir jedoch am dritten Tag mal beim Whatsapp schreiben aufgehängt, das hat das Galaxy noch nie geschafft. Was mir beim iPhone abgegangen ist und definitiv die Handhabung leichter macht, ist die zurücktaste, die bei Galaxy rechts unten ist. Auch ist das Menü z.B. um den Vibrationsalarm oder die mobilen Daten ein- oder auszuschalten beim Galaxy schneller zu erreichen. Vorteile für´s Galaxy.

Sprachsteuerung

Was mich beim iPhone am Anfang fasziniert hat, war z.B. die Sprachsteuerung Siri, die unterm Strich besser funktioniert als die von Google. Allerdings funktionieren die wichtigsten Features – z.B. unterm Autofahren via Sprachbefehl Nummern wählen, Whatsapp schreiben, Termine legen, ‚Wecker stellen oder eine Route raussuchen annähernd genau so gut. Insgesamt hat Apple hier die Nase vorne, in der Praxis macht sich das jedoch kaum bemerkbar, weil ich die Sprachbefehle nach den ersten paar Tagen kaum mehr genutzt habe. Trotzdem leichte Vorteile für den Apfel.

Empfang: 

Ich betreibe beide Handy bei TMobile im Netz der Telekom. An Orten wo ich mit dem Apfel keinen Empfang mehr habe oder nur mit sehr mieser Sprachqualität telefonieren kann, funktioniert das Galaxy S7 einwandfrei. Dicker Pluspunkt für´s Samsung Galaxy.

Fotos: 

Sowohl Tätowiererin Julia als auch ich haben Fotos von frischen und abgeheilten Tattoos als auch von Laserbehandlungen mit beiden Handys gemacht und finden, dass das iPhone den Kontrast bei den Fotos zu stark setzt und die Fotos etwas verfälscht – allerdings reden wir hier von minimalen Unterschieden. Beide machen im Alltag sehr gute Fotos, wobei ich persönlich die vom Galaxy realistischer finde. Auch nervt beim iPhone die rausstehende Kamera. Minimale Vorteile für´s Galaxy.

Sortierung der Bilder: 

Hier wird´s dann schon wieder etwas deutlicher: Du machst ein Foto vom Kunden vor der Behandlung und eines ein paar Minuten später nach der Behandlung. In der Zwischenzeit bekommst Du eine Whatsapp mit einem Bild und wo sortiert das iPhone die Bilder daraus ein? Richtig, dazwischen. Das geht gar nicht und dass man die Bilder aus dem Hauptordner nicht einfach verschieben kann bzw. sie nach dem verschieben/kopieren im Hauptordner bleiben und umständlich versteckt werden müssen, ist ein dicker Minuspunkt für´s iPhone. Benutzerfreundlich ist was anderes. Pluspunkt für´s Galaxy.

Cloud: 

funktioniert bei beiden nahezu gleich und Problemlos

Fingerabdrucksensor:

siehe Cloud

Induktives Laden:

Beim iPhone 8 mit großem trara angekündigt, beim iPhone 7 nicht vorhanden – bei Samsung ab dem Galaxy S7 Standard. Klingt nach Vorteil für´s Galaxy – ist es auch.

Whatsapp bzw. Benachrichtigungen

…ich hab ja wirklich gemeint dass mich meine Apple-Freunde verarschen wollen, als ich gefragt habe wie ich es denn beim Apfel einstellen kann, dass man sieht dass ich eine Whatsapp bekommen habe, aber nicht von wem – und die Antwort war: geht nicht. Dort wo beim Galaxy einfach das Whatsapp-Symbol erscheint (wahlweise auch mit Nachricht von xy oder von xy mit Inhalt) erscheint beim Apfel entweder gar nichts oder halt gleich wer der Absender ist. Zu verstecken habe ich nichts, aber es geht halt einfach niemanden etwas an.

Noch besser bzw. schlechter: wenn der Apfel mit dem Display nach oben/Sperrbildschirm bei uns hinter´m Tresen liegt, dann hab ich keine Möglichkeit mir bei ausgeschaltetem Bildschirm anzeigen zu lassen, ob ich – wenn ich wieder an meinen Platz komme – eine Nachricht habe, ohne das Ding in die Hand zu nehmen.

Das Galaxy hat dafür die LEDs, die mir noch dazu in den Farben anzeigen, wer denn geschrieben hat: Ganz dicker Pluspunkt für´s Galaxy.

Aufladen:

Zumindest das Galaxy S7 konnte noch unterwegs mit jedem verfügbaren Mini-USB-Kabel geladen werden, dieser Vorteil ist ab dem S8 leider dahin. Beim Vergleich iPhone 7 vs Galaxy S7 ist es ein Pluspunkt fürs Galaxy.

Speicherplatz:

Von jeher ein Ärgernis für Apple-Kunden, dass man sich schon beim Kauf auf den gewünschten Speicherplatz festlegen muss und sich Apple den beim iPhone teuer bezahlen lässt. Das Galaxy wird mittels günstiger Speicherkarte einfach erweitert. Dicker Vorteil für´s Galaxy.
Wiederverkaufswert:

Der Wiederverkaufswert beim Apple ist grundsätzlich höher, weil bei den Galaxy kurz nach dem Marktstart oftmals ein massiver Preisverfall einsetzt. Allerdings setzt der Wiederverkaufswert auch einen deutlich höheren Einstiegspreis vorraus und ganz ehrlich: wer kauft sich ein Handy, um es wieder zu verkaufen? Doch dazu gleich noch mehr.

Zwischenfazit:

Das war jetzt der Vergleich iPhone7 vs Samsung Galaxy S7 – weil ich eben diese beiden Handys mehrere Wochen parallel benutzt habe. Ich habe das iPhone 7 dann verkauft und mir dafür das Galaxy S8 geholt – das ist noch einmal etwas besser als das Samsung Galaxy S7, aber unwesentlich besser. Thomas hat sich dann durch meinen Vergleich inspiriert nach jahrelangem Apple-Benutzen ebenfalls das S8 geholt, benutzt seit dem dieses und gibt mir im großen und ganzen Recht.

Was die Preise angeht: Das iPhone X in der kleinsten Version für 1149,-  Euro und dann ist noch nicht einmal das Schnellladekabel enthalten – Sorry, das sind einfach Dimensionen die sind unverschämt.

Nachdem Samsung ja für das alte Galaxy S7 315 Euro Eintauschprämie bezahlt, ich das ganze geschäftlich nutzen kann und für uns eine möglichst gute Kamera extrem wichtig ist, habe ich mich jetzt auf den Deal eingelassen und das S9 vorbestellt – der ausführliche Testbericht folgt. Bis auf die Kamera und die Dual-Sim – wäre das schön, nur noch ein Handy in der Tasche haben zu müssen – erwarte ich jedoch keine großen Änderungen – was mich zum endgültigen Fazit bringt:

Fazit:

Bei den Handys ist für den privaten Nutzer meiner Meinung nach größtenteils das Ende der Fahnenstange erreicht und die Änderungen sind so marginal, dass sie für die meisten User im Alltag nicht ins Gewicht fallen. Huawei ist z.B. hierzulande ja auch schon bekannt, Oppo und Vivo liefern sich nicht nur in Asien Werbeschlachten (Oppo ist z.B. auch Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Rußland) und werden auch auf dem europäischen Markt vor allem Samsung das Leben schwer machen.

Ein iPhone 7 kostet derzeit neu in der kleinsten Ausführung 629,- Euro, ein Samsung Galaxy S7 ist für 350,- Euro zu haben. Wer für sein Ego nicht ständig das tollste, neueste und beste braucht bzw. ein Handy nicht als Statussymbol nutzt, hat meiner Meinung nach – Stand 16.03.2018 – was Preis/Leistung angeht mit dem Samsung Galaxy S7 die beste Wahl – und besser als ein Iphone 7 ist es allemale – und das fast zum halben Preis.

Stephan Tempel

Quo Vadis, TSV 1860?

Nun also morgen Unterföhring – davor Seligenporten, danach Ingolstadt II (!!) und irgendwo dazwischen war auch noch Buchbach. Ich will ehrlich sein: es schmerzt. Es erinnert mich an die Zeit, als ich – übrigens freiwillig – Löwenfan geworden bin, über 30 Jahre ist das jetzt her: damals waren die Gegner Ampfling, Plattling, Eching & Lohof. Zur gleichen Zeit überholte der rote Münchner Verein gerade den 1. FC Nürnberg als Rekordmeister, aber ich habe mir den blauen Münchner Verein ausgesucht – also gehört es mir ja nicht anders.

Mir vielleicht nicht – aber der glorreiche TSV 1860 hat etwas anderes verdient als die Bayernliga – oder wie hat es Karsten Wettberg damals so schön formuliert: „wir müssen raus aus dieser Hammelliga“. Ich hatte das Glück, den Durchmarsch von der Bayernliga bis zur Championsleague-Qualifikation live miterleben zu können und war bei jedem internationalen Pflichtspiel seit meiner Geburt live dabei – egal ob Varna, Leeds, Newcastle, Borisov, etc… ich will nicht noch einmal Jahrelang über Bayerns Dörfer tingeln – das ist nicht der Anspruch des TSV 1860 – darüber können auch Highlights wie vor ein paar Wochen bei Nürnberg II nicht hinwegtäuschen: die Kulisse von uns Löwenfans war gigantisch: weit über 12 000 Löwenfans bei Rekordkälte Auswärts bei einem Viertliga-Spiel – man stelle sich einmal vor, wir spielen im Sommer Auswärts in der 1. Bundesliga…

Ja, wir spielen aktuell wieder in unserer Heimat, dem Sechzgerstadion – das ist vielleicht das einzig gute am Abstieg gewesen: wir sind die Allianzarena-Verträge losgeworden. Ändert aber nichts daran, dass ich mit 1860 den größtmöglichen sportlichen Erfolg möchte – wenn irgendwie möglich im Sechzger, wenn nicht möglich dann halt in ferner Zukunft irgendwann einmal in einem eigenen Löwenkäfig.
Ohne Hassan – und andere Investoren, das versteht sich von selbst – und hört mir auf damit, dass es heutzutage nicht mehr ohne Investoren geht: Zum einen sieht man ja recht deutich, wohin uns unser sogenannter Investor gebracht hat – herzlichen Dank dafür noch einmal an dieser Stelle -, zum anderen stehen aktuell in Fußballdeutschland rund 50 Fußballvereine vor dem TSV 1860, die keinen Investor haben – und ein weiteres Urgestein des deutschen Fußball mit Investor verabschiedet sich dieses Jahr wohl ziemlich deutlich aus der höchsten deutschen Fußballliga.
Im übrigen: wenn ich sportlichen Erfolg um jeden Preis gewollt hätte, dann hätte ich mich vor rund 30 Jahren für den anderen Münchner Fußballverein entschieden – hab ich aber bewusst nicht:

Würdet ihr euch prostituieren oder eure bessere Hälfte bitten es zu machen, damit ihr euch eine größere Wohnung, ein paar Statussymbole, ein dickes Auto und ein paar Urlaubsreisen leisten könnt?

Es gibt Leute die machen so etwas – und das ist auch absolut in Ordnung. Ich würde es nicht. Im Zweifelsfall bleib ich lieber noch ein paar Jahre in der kleineren Wohnung -oder in unserem Fall: spiele ich lieber noch ein paar Jahre gegen Unterföhring und Buchbach – auch wenn´s weh tut.

Stephan Tempel

Münchner Verkehrsverbund (MVV) – willkommen in der Steinzeit

Ich gestehe: ich bin ein Vielreisender und fühle mich auf der Welt an sehr vielen Orten wohl – komme aber immer wieder sehr gerne nach Hause in die meiner Meinung nach schönste Stadt der Welt: München. Aber je mehr ich reise, um so mehr Orte ich kennenlerne – um so weniger verstehe ich, warum wir es in München nicht auf die Reihe bekommen, endlich mal ein vernünftiges, fortschrittliches, gerechtes und zeitgemäßes System beim öffentlichen Nahverkehr auf die Reihe zu bekommen:

1992 war ich zum ersten mal in London, 1998 zum ersten mal in Paris: Schon damals habe ich mich gefragt, warum man dort fähig ist den Zugang zum Bahnsteig an einen Ticketkauf zu verknüpfen und die Sperre beim Ausgang erkennt ob man den richtigen Fahrpreis gelöst hat – und bei uns nicht. Mehr als 25 Jahre später ist es bei uns immer noch nicht besser geworden, im Gegenteil: viel mehr Städte haben uns noch viel weiter abgehängt:

Bleiben wir doch gleich einmal in London: Dort gibt es inzwischen (neben den Einzelkarten wie fast überall) die Oyster-Card: wird mit einem Betrag X aufgeladen, beim betreten des Bahnsteiges checkt man mit der Karte ein und beim verlassen des Zuges bzw. des Zielbahnhofes checkt man mit der Karte aus und der entsprechende Fahrpreis wird abgezogen. Besonderer Clou: sollte man an einem Tag sehr viel unterwegs sein, wird maximal der Betrag für ein Tagesticket abgebucht. Sehr praktisch und fortschrittlich – zum ein- und auschecken muss man die Karte nicht mal aus dem Geldbeutel nehmen – es genügt, diesen an die Sperre zu halten.

Noch eine Spur besser ist das ganze in Hongkong: Dort heißt die ähnlich funktionierende Karte „Octopus-Card“ – sie hat nicht nur die Funktionen der Oyster-Card in London, sondern man kann mit ihr auch noch kleinere Beträge bei diversen Fastfood-Restaurants oder im Seven-Eleven (das sind die kleinen Supermärkte) begleichen – einfach kurz die Karte hinhalten und fertig.

Ein Blick nach Bangkok: Dort gibt es auch diverse Karten, aber auch Automaten an denen man einfach die gewünschte Zielhaltestelle am Fahrplan anklickt und den Fahrpreis angezeigt bekommt. So leicht erkennbar, dass ich es inzwischen auf „Thai“ bedienen kann.  Man erhält eine Plastikmünze, auf der alle Informationen gespreichert sind und hat ansonsten das gleiche Zutrittssystem wie in London, Paris oder Hongkong. Kein Zutritt ohne Fahrausweis, genaue Abrechnung – und in vielen anderen Städten funktioniert das ganz genau.

…und jetzt kommt München: Wir haben zwar Weltbekannte Konzerne mit modernster Technik bei uns beheimatet – nehmen wir mal BMW oder Siemens als Beispiel – aber wir haben immer noch Ringe und Zonen mit einem System, das viele Einheimische auch nach Jahren noch nicht kapieren. Wie soll man denn auch folgenden Preiswahnsinn kapieren oder irgendjemandem erklären, dass das logisch ist:

Du steigst in Gröbenzell in die S3 und fährst folgende Strecke: Gröbenzell-Lochhausen-Langwied-Pasing: Kostenpunkt dafür: 5,80 Euro – für eine 5-minütige Fahrt mit der S-Bahn.

Jetzt steigst Du eine Station später in die S-Bahn – in Lochhausen und fährst vorbei an Langwied nach Pasing: jetzt kostet die Fahrt nur noch 1,50 Euro. Du fährst 33% weniger und zahlst fast 75% weniger – klingt das nicht logisch?

Besser wird es noch, wenn Du von Gröbenzell ins Klinikum-Großhadern fährst: Das sind dann 10 Stationen mit der S-Bahn und weitere 11 Stationen mit der U-Bahn. Was kostet diese Strecke? Das gilt übrigens auch wenn Du von Maisach aus fährst – dann sind es noch einmal vier Stationen obendrauf und kostet immer noch 5,80 Euro.

Automatische Zugangskontrollen zum Bahnsteig: Fehlanzeige. Statt dessen zu wenige und in der Regel schlecht gelaunte Kontrolleure. Dazu noch diese Super-Duper-Papier-Streifenkarten, die viel zu oft unleserlich gestempelt oder vom Automaten gleich gefressen werden – abgesehen davon, dass sie bei mir regelmäßig ungültig werden, weil ja jeder Streifen nach einer Preiserhöhung teurer wird. Kann man natürlich umtauschen – gegen zwei Euro Bearbeitungsgebühr. Hö hö hö.

Im September war ich wieder in London, die Oyster-Card hatte ich zwei Jahre davor gekauft. Guthaben war noch drauf, einfach etwas oben drauf gepackt und weiter ging die Reise.

Jetzt bastelt der MVV ja gerade an einer Reform: Das System soll einfacher werden – aber für mich liest sich das schon wieder alles nach Flickwerk: werft einfach einen Blick nach London oder viele andere Städte – dann sehr ihr wie das geht.

…und im nächsten Blogeintrag zum MVV kommt dann mein Lieblingsthema: Guten Morgen MVV – im Winter schneit es (manchmal).

Stephan Tempel

Tote Hosen Konzert München 19.12.2017

Die Messlatte bei den Toten Hosen liegt bei mir sehr sehr hoch, denn angefixt über das „Bis zum bitteren Ende„-Livealbum 1988 haben sich bei mir über die Jahre dann doch einige Konzerte angesammelt – darunter sind mir vor allem die Geheimkonzerte im Atomic Cafe als „Rheinpiraten“ (1998) oder auch im alten Backstage als „Essen auf Rädern“ (2000) im Gedächtnis geblieben, aber auch das Weihnachtskonzert in Nürnberg um die Jahrtausendwende, Innsbruck vor einigen Jahren und dann noch etliche Konzerte natürlich in der Olympiahalle – keine Ahnung wieviele. Wie gut kann da ein Konzert für jemanden Ende 2017 werden, der bei den Hosen musikalisch irgendwo um die Jahrtausendwende spätestens stehen geblieben ist? 

Mit wenig Erwartungen ging es spät nach der Arbeit in Richtung Olympiahalle, so dass ich von der Vorband „Feine Sahne Fischfilet“ nicht viel mitbekommen habe. Zum letzten Lied – irgendwas mit „komplett im Arsch“ – ging es in die Arena, die – welch Freude – nicht nochmal zusätzlich abgetrennt war, wie man es ja bei Konzerten inzwischen immer öfters erlebt. Die meisten Sitzplätze standen bei Feine Sahne Fischfilet, scheint also gefallen zu haben.

Die Umbaupause zwischen Vorband und Hauptact dauerte eine knappe halbe Stunde (…mach das Flutlich an denn sie kommen gleich raus….) und um zehn nach neun betraten die Hosen die Bühne – mit einem Urknall bzw. eben jenem Lied von der neuen Scheibe. Die Halle stand – das so oft – meiner Meinung nach zu Unrecht – gescholtene Münchner Konzertpublikum war bereit für einen geilen Abend:

Lied zwei: Auswärtsspiel und zum ersten mal drückten die Massen in der Arena nach vorne, inklusive einem alternden Punk der zum Glück noch die Brille gegen Kontaktlinsen getauscht hatte – als Löwenfan passt es aber halt auch einfach zu gut:

Es ist egal, ob wir das Spiel verlieren
Denn darauf kommt es nicht an
Und ob das irgend jemand hier sonst kapiert
Ist für uns nicht interessant

Ihr könnt uns schlagen so oft und so hoch ihr wollt
Es wird trotzdem nie passieren
Dass auch nur einer von uns mit euch tauschen will
Denn ihr seid nicht wie wir
Auf einmal fandich mich in Reihe drei wieder, ging heftig zur Sache – hier hatten ein paar tausend Menschen richtig Spaß.
 
Zum Glück kamen dann drei neuere Lieder und ich konnte etwas Luft holen – dabei fiel mir auf, dass ich Campino des öfteren an den Rücken fasste – schien im nicht ganz so gut zu gehen. Cool – Brüder im Geiste. 
Ich habe Schmerzen im Kreuz, wenn ich aufstehen will
Die Achillesferse tut mir weh
Und das Einzige, was nicht kaputt an mir ist,
Sind die Brücken in meinem Gebiss
Ich bin ein alter Mann, schweinealt
Nur ein alter Punk, viel zu alt
Schweinealt
Dann wieder drei Lieder Vollgas: Liebeslied, Bonny & Clyde, Altes Fieber – zwischenzeitlich namen die purzelnden Leiber am Boden solche Ausmaße an, dass Campino sich sogar erkundigte ob alles in Ordnung wäre.
Ja, war es – richtig geil war es. Danach wieder zwei Lieder Verschnaufspause, eher ein ziemlich passendes Lied kam – das Wort zum Sonntag. Ich muss da an das Gespräch mit meinem Freund Tommy heute morgen denken, der der Meinung war es wäre das schlechteste Hosen Konzert aller Zeiten gewesen und die früher wären viel besser gewesen:

Früher war alles besser
Früher war alles gut
Da hielten alle noch zusammen
Die Bewegung hatte noch Wut
Früher, hör auf mit früher
Ich will es nicht mehr hören
Denn damals war es auch nicht anders
Mich kann das alles nicht stören
Danach war Zeit um sich Getränke zu holen – nachdem in der Arena zu 90% Caipi- und Jacky-Coke-Verkäufer unterwegs waren eben sportlich zum Getränkestand (…ich bin ein alter Mann…) und rechtzeitig zurück zuUnsterblich„.

Das schönste-One-Night-Stand-Lied aller Zeiten gleich nach „Ohne Dich“ von der Münchner Freiheit oder „Gö Du bleibst heut nach bei mir“ von STS.  Zeit, in Ruhe sein Getränk zu konsumieren – gerade rechtzeitig vor „pushed again“. Eines meiner liebsten Lieder und Videos 🙂

Pushed-Again-Tote-Hosen-Video

Bis jetzt schon ein langer Bericht und 14 Lieder – und da ist noch nicht einmal die Hälfte des Konzertes geschafft: insgesamt 34 Lieder gaben die Hosen zum besten, darunter noch Klassiker wie 

– Hier kommt Alex
– Bommerlunder
– Schönen Gruß auf Wiedersehn
– Ficken Bumsen Blasen
– Tage wie diese
– You´ll never walk alon
– Opel-Gang…die komplette Setlist findet ihr übrigens hier:
 

setlist-tote-hosen-konzert-münchen-19.12.2017

Ein Konzert wo fast die gesamte Halle die meiste Zeit steht und abgeht, in der Arena die Hölle los ist und der Hauptact sichtlich Bock hat und 34 Lieder abliefert – was will man mehr? Wenn jemand für heute Abend noch eine Arena-Karte übrig haben sollte – bitte bei mir melden, gehe gerne nochmal. 

Stephan Tempel

 

13.12 – Happy A.C.A.B. – Day…. oder warum eben NICHT alle Bullen Bastarde sind…

Heute ist der 13.12. und ich wir verstecken in unserem Adventskalender vom Tattoostudio jeden Tag ein kleines Geschenk, meistens verlosen wir etwas. Heute hätte sich ein kleines Tattoo angeboten: wir hätten das heutige Datum verlosen können, als Tattoo – fänden viele witzig, hätten wir viele Teilnehmer, hätten wir viel Werbeeffekt. Ich habe mich trotzdem dagegen entschieden – nicht aus Angst vor der Staatsmacht, sondern weil mir diese Parole – inzwischen – einfach zu dämlich ist:

Vor wenigen Wochen habe ich erst mein erstes Troublemaker-T-Shirt in die Kleidersammlung gegeben: gekauft vor knapp 20 Jahren, inzwischen mehr breit als lang und mehr grau als blau – und die vier Buchstaben A.C.A.B. lösen sich auch langsam und vor allem:  ich stehe nicht mehr dahinter.

Nachdem A.C.A.B. je nach Bundesland mal mehr oder weniger strafbewehrt ist, weicht man heutzutage ja eben auf die Zahlenkombination 13.12. aus. Die habe ich mir vor 12 Jahren für mein erstes Autokennzeichen ausgesucht – keine Ahnung, wie oft ich mit diesem Kennzeichen in den ersten drei Jahren  kontrolliert wurde. Seit nunmehr bald 9 Jahren bin ich auf die 1860-geswitcht – und hatte mit diesem Kennzeichen noch nicht eine Kontrolle.

Warum ist mir A.C.A.B. zu doof? Ich mag keine Parolen, in der pauschal alle Menschen über einen Kamm geschert werden: nicht jeder Ami ist doof und wählt Trump, nicht jeder Deutsche ist ein Nazi, nicht jeder Thailand-Urlauber ein Sex-Tourist, etc…

Natürlich gibt es unter Polizisten einige Arschlöcher und ich hab auch schon mehr als genug schlechte Erfahrungen gemacht – aktuell klage ich ja gerade gegen meine faktische Ausreiseuntersagung vor 15 Monaten am Münchner Flughafen. Der Obercop, der uns mit süffisantem Grinsen erklärte, dass man gegen uns nichts finden würde, aber sie die Kontrolle eben etwas in die Länge ziehen würden: Ja, den fand und finde ich nicht so toll, aber das klären wir ja bald vor Gericht. Der Termin steht übrigens schon.

Der Schläger vom USK, der meinem Bruder den Arm gebrochen hat: Yep, Kategorie Arschloch. Der Typ, der uns bei einer Kontrolle eines Autos mit einem sinnlosen und rechtswidrigem Drogentest schikaniert hat: Yep, Kategorie Arschloch – aber der hat auch eine saftige Dienstaufsichtsbeschwerde und ich ein zweiseitiges Entschuldigungsschreiben von der Polizei bekommen….

ABER: ich hab in den letzten Jahren auch sehr viele äußerst korrekte & nette Polizisten kennengelernt: sei es im Kampfsporttraining, nach Unfällen, Einbrüchen… Familienväter oder Mütter, Leute die ihren Job ausüben, die zum Teil selber bei sinnlosen Einsatzbefehlen kotzen – etc. etc…. nicht zu vergessen die Cops in Thailand: nachts um halb drei, kurz vorm Hotel, die ganze Reisekasse dabei kommen vier Militärpolizisten auf uns zu, filzen alle Taschen und machen einen Urin-Drogentest. Der war – natürlich – negativ, aber von der Reisekasse hatte ich mich schon in Gedanken verabschiedet. Hat die Cops aber nicht im geringsten interessiert…

…und wenn ich jeder Berufsgruppe die mich schon schikaniert (oder es versucht) hat, dann würden mir da noch ganz andere Arschlöcher einfallen:

Der Typ von der Condor, der mit allen Mitteln verhindern wollte dass die beiden schwersttätowierten Asozialen in der Business-Class mitfliegen. Der schleimige Banker, der jedes mal wenn man ihm die Tageseinnahmen hinlegte so tat, als wäre das vermutlich Drogengeld, weil der Überbringer tätowiert ist. Die dumme Pute im Burger King auf den Bahamas, die den weißen Jungen konsequent so lange ignoriert hat, bis auch der letzte farbige drangenommen war. Die Taxifahrer auf der ganzen Welt, die mit dem ahnungslosen Touristen fette Umwege gefahren sind. Die Tuk-Tuk-Fahrer in Bangkok, die dich konsequent zum Schneider bringen, obwohl das Gegenteil ausgemacht war. Die Liste ist lang, sehr sehr lang… und vermutlich hat jeder von uns schon mit mehreren Berufsgruppen negative Erfahrungen gemacht als mit Polizisten.

A.C.A.B. liegt einem oft auf Zunge: es ist so schön rebellisch, gegen die Staatsgewalt und es gibt genug Cops, die einem durch ihr Verhalten ein A.C.A.B. quasi in den Mund legen. Mit mir nicht mehr: Wenn Du mich als Polizist korrekt behandelst, dann bin ich korrekt zu Dir. Wenn Du mich schikanierst oder schlecht behandelst, bekommst eine Dienstaufsichtsbeschwerde und/oder eine Klage. Happy 13.12.-Day zu posten ist natürlich leichter, witziger – und einfach nur sinnlos.

Stephan Tempel

Vorsicht, Jammerposting: Warum die letzten Tattoo-Sitzungen keinen Spaß mehr machen…

 

„Boah, was bin ich ´ne Pussy geworden“ hab ich mir gestern wieder gedacht, während ich mich auf der TAD**-Liege unter Julias Nadel gewunden habe wie ein Zitteraal mit epileptischen Anfällen. Hat dieser Scheißdreck eigentlich schon immer so weh getan? Ich glaube nicht, ich bin mir sogar ziemlich sicher dass nicht, denn ansonsten wäre es wohl bei einem Tattoo geblieben.

Ich weiß es noch wie gestern, war ja auch erst 1995: Beim Volker vom legendären Scorpions-Tattoo, während der Arafat noch im Nebenraum gepierct hat. Ne Stunde beim Volker schlug damals mit mindestens 250,- Mark zu buche, Tussies die nur was kleines wollten haben auch mal eben 300,- Mark für ein kleines Einhorn auf´m Arsch gezahlt – hat ja auch 25 Minuten gedauert. Der Stencil – vermutlich schon zigmal benutzt und fachgerecht mit dem Deoroller aufgebracht – war ja schon fertig in der Schublade und verschwand nach dem aufbringen wieder in der ebensolchen – bis zur nächsten Tussie.

Preisdiskussionen wie 2017 im Tempel? Ha ha… wer diskutiert schon mit einem Bodybuilder mit Zuhälter-Bart, Brilli im Ohr, Pitbull-Aufkleber und sichtbarer Axt hinter´m Tresen? Niemand… und wenn es mal „doofe Fragen“ gab, grunzte er zu den Mädels „geh lieber rüber zum Arafat und lass Dir ein paar Löcher machen“. Ja ja, die gute alte Zeit in der alles besser war…

Aber zurück zu den Schmerzen: die waren damals einfach nicht so stark: ich erinnere mich noch an eine drei-stündige Sitzung am Bein, die von 12 – 15 Uhr geplant war. Logisch, dass ich – frisch am Bein eingepackt – am Nachmittag noch den Oberkörper im Studio trainiert hab. Der wurde ja nicht gestochen. Wenn heute jemand drei Stunden mein Bein sticht, dann bin ich froh wenn ich fehlerfrei zum Auto, mit diesem nach Hause und auf die Couch komme.

Liegt´s am Alter? Am Schmerzgedächtnis? Oder fehlt das Adrenalin, die Vorfreude? Ich hab zwar letztens überschlagen, dass die Stechzeit an meinem Körper ganz stark in Richtung 300 Stunden geht, aber keine Ahnung wie viele Sitzungen das waren. Die Nervosität ist natürlich nicht mehr so stark wie vor Sitzung eins oder Sitzung zwei… und was noch tragischer ist: Die Vorfreude ist weg.

Früher war ein Tattoo und ein Tattootermin was besonderes – nicht nur für mich, sondern für alle in meinem Umfeld. Selbst in der Kurve im Stadion war´s ein Gesprächsthema wenn wieder einer beim stechen war – wenn Du heute in ein Stadion gehst, haben im Ultra-Block vermutlich 10-20% gerade irgendwo Folie oder Suprasorb an frisch perforierten Hautstellen hängen – und Fotos von meinen neuen Tattoos interessiert nicht mal mehr meine Familie. Irgendwie bin ich ja für alle schon voll, während mich selber die vorhandenen Lücken tierisch nerven.

Das Bild von meinem Tattoo hier im Artikel – das eine ist zwei Wochen alt, das andere von gestern – zeigt was ich meine: zwischen den beiden Bildern liegt locker eine Stunde schmerzen – aber sieht wer den Unterschied außer mir oder der perfektionistischen Julia? Eben. Natürlich haben wir gestern noch deutlich mehr tätowiert, das nur am Rande. Bilder folgen.

Ja, ich gestehe: die Vorfreude ist weg, ich habe nur noch ein Ziel: fertig werden. Ich bin gerne tätowiert, ich bin sehr gerne sehr stark tätowiert – aber dem Schmerz beim tätowieren habe ich noch nie was abgewinnen können. Ich bin einfach nur froh, wenn das Gesamtkunstwerk Stephan Tempel endlich fertig ist – und der Schmerz wird mir ganz, ganz sicher nicht fehlen.Noch rund 30 Stunden würde ich mal vorsichtig tippen, dann ist schicht im Schacht.

Heute steht auch wieder so eine Sitzung an, die kaum einer bemerken wird: Lücken am Arm zumachen. Na, wenigstens nur am Arm… da freu ich mich ja fast schon wieder drauf.

Stephan Tempel

PS: Dem aufmerksamen Leser ist sicherlich aufgefallen, dass ich mit gestern und heute eine Doppelsitzung habe: wenn mich etwas noch mehr nervt als die Schmerzen beim Tätowieren, dann ist es die Abheilphase mit den damit verbundenen Einschränkungen bei Sport, Sauna etc… darum Doppelsitzungen.